Pestizide in Erdbeeren: Analyse von Rückständen und Risiken bei gefriergetrockneten Erdbeeren
Mehrfachrückstände sind der Regelfall – nicht die Ausnahme
Erdbeeren gehören zu den empfindlichsten Kulturpflanzen im modernen Anbau. Aufgrund ihrer hohen Anfälligkeit gegenüber Pilzbefall und Schädlingen werden regelmäßig verschiedene Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Die Folge: Pestizidrückstände sind in Erdbeeren kein seltenes Phänomen, sondern ein fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Praxis.
Aktuelle Daten der amtlichen Lebensmittelüberwachung zeigen, dass ein Großteil der untersuchten Erdbeerproben Rückstände enthält. Besonders relevant ist dabei, dass häufig mehrere Wirkstoffe gleichzeitig nachgewiesen werden. Diese sogenannten Mehrfachrückstände stellen die analytische Realität dar und erfordern eine umfassende Betrachtung.
Mehrfachrückstände: Die analytische Realität bei Erdbeeren
In vielen untersuchten Proben werden mehrere Pestizide gleichzeitig gefunden. Diese gehören unterschiedlichen Stoffklassen an, darunter Fungizide zur Bekämpfung von Schimmel, Insektizide gegen Schadinsekten sowie Akarizide gegen Milben.
Die gleichzeitige Anwendung verschiedener Wirkstoffe führt zu komplexen Rückstandsprofilen. Für die Bewertung bedeutet dies, dass Einzelanalysen nicht ausreichen. Stattdessen ist eine breit angelegte Multiresiduen-Analytik erforderlich, um die tatsächliche Belastung korrekt zu erfassen.
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass der Großteil der Erdbeerproben mehrere Pestizidrückstände gleichzeitig enthält.
Gefriergetrocknete Erdbeeren: Konzentration statt Reduktion
Ein besonders relevanter Aspekt betrifft verarbeitete Produkte wie gefriergetrocknete Erdbeeren. Im Gegensatz zu häufigen Annahmen werden Pestizide durch die Gefriertrocknung nicht entfernt.
Bei diesem Verfahren wird ausschließlich Wasser entzogen. Die enthaltenen Wirkstoffe verbleiben im Produkt. Da sich das Gewicht durch den Wasserverlust reduziert, kann es sogar zu einer relativen Konzentration der Rückstände kommen.
Gefriergetrocknete Erdbeeren sind daher aus analytischer Sicht keineswegs rückstandsfrei, sondern erfordern eine ebenso sorgfältige Untersuchung wie frische Ware.
Importierte Erdbeeren und unterschiedliche Rückstandsprofile
Ein erheblicher Teil der Erdbeerprodukte auf dem Markt stammt aus dem Ausland. Unterschiedliche Anbaubedingungen, klimatische Einflüsse und regulatorische Vorgaben führen dazu, dass importierte Produkte oft abweichende Rückstandsprofile aufweisen.
Für Unternehmen und Anbauvereinigungen ist es daher besonders wichtig, auch importierte Rohstoffe analytisch zu überprüfen, um eine verlässliche Qualitätsbewertung sicherzustellen.
Gesetzliche Anforderungen und Bewertung von Pestiziden
Die Bewertung von Pestizidrückständen erfolgt in der Europäischen Union auf Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 396/2005. Diese legt verbindliche Höchstgehalte für eine Vielzahl von Wirkstoffen fest und bildet die Grundlage für die Beurteilung von Lebensmitteln.
Eine zuverlässige Bewertung setzt voraus, dass möglichst viele relevante Substanzen analytisch erfasst werden.
Warum umfassende Analytik entscheidend ist
Die aktuellen Erkenntnisse zeigen deutlich, dass Pestizidrückstände in Erdbeeren weit verbreitet sind Mehrfachrückstände den Regelfall darstellen
Verarbeitungsschritte wie Gefriertrocknung keine Reduktion der Rückstände bewirken. Für eine fundierte Qualitätsbewertung ist daher eine umfassende Analytik unerlässlich.
Analytik bei NukLab – Präzision und Umfang
NukLab bietet ein leistungsfähiges Multiresiduen-Screening für Lebensmittelproben an. Mittels moderner LC-MS/MS-Technologie können über 700 Pestizide im Spurenbereich nachgewiesen werden. Dadurch lassen sich sowohl typische als auch seltene oder regulatorisch relevante Wirkstoffe zuverlässig erfassen.
Diese analytische Breite ermöglicht eine präzise und fundierte Bewertung von Erdbeerprodukten – einschließlich gefriergetrockneter Ware.
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES),
„Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Erdbeeren“, 2024